Die Sopranistin Maraile Lichdi wuchs in Schwaigern bei Heilbronn auf. Sie studierte Gesang bei Maria Venuti, Charlotte Lehmann, Hilde Zadek, Joan Patenaude-Yarnell sowie Musik-Kinästhesie bei Dr. Ernst Huber Contwig.
1999 machte Maraile Lichdi ihr Diplom in Würzburg mit Auszeichnung. Ihr Operndebüt gab sie 1998 am Staatstheater Stuttgart als Solistin in "Al gran sole carico d'amore" von Luigi Nono unter Lothar Zagrosek und Martin Kuszej. Von 2000 bis 2009 war Maraile Lichdi als festes Ensemblemitglied am Theater der Stadt Heidelberg engagiert, wo sie unter anderem die Donna Anna in "Don Giovanni", die Gräfin in "Die Hochzeit des Figaro" und "Berenice" in Stauds gleichnamiger Oper sang. Gastengagements führten sie an die Opern Frankfurt, Düsseldorf-Duisburg, Kaiserslautern, Oldenburg und Hannover.
Sie arbeitete unter anderem mit Dirigenten wie Paolo Carignani, Kwamé Ryan, Roland Kluttig, Nicol Matt, David Coleman und Cornelius Meister zusammen.
Seit 2009 ist Maraile Lichdi als freischaffende Opern-, Konzert- und Liedsängerin tätig. Zu ihrem Repertoire gehören mehr als 35 Opernpartien und über 40 Konzert- und Oratorienwerke, unter anderem Elettra in Mozarts "Idomeneo", Vitellia in Mozarts "La clemenza di Tito", Violetta in Verdis "La Traviata" sowie im Konzertbereich Carl Orffs "Carmina Burana", Mozarts c-moll-Messe, Bachs "Weihnachtsoratorium", Pergolesis "Stabat Mater".
Maraile Lichdi hat sich einen Namen als Expertin im Bereich moderner Vokalmusik gemacht. Unter anderem sang sie Uraufführungen von Wilfried Hiller ("Der klingende David"), Jörg Widmann ("Das Echo"), Wilfried Maria Danner ("Das Märchen nach ewig und drei Tagen") und Alexander Muno ("Vom Meer"). Ihr Opernrepertoire im Bereich "Neue Musik" umfasst beispielsweise Henzes "Phaedra", Reimanns "Gespenstersonate", Zenders "Chief Joseph" , Glanerts "Joseph Süß" und Ligetis "Le grand Macabre".
Auf CD sind folgende Aufnahmen erschienen: Luigi Nono "Al gran sole carico d'amore"(Teldec 2001), W.A. Mozart "Concert Arias" (Brilliant Classics 2006).
